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Umweltbundesamt bezieht Nullenergiehaus

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Am Forschungsstandort des Umweltbundesamtes im Berliner Stadtteil Marienfelde können die Mitarbeiter das erste Nullenergiehaus des Bundes im Arbeitsalltag testen. Die Energieversorgung beruht auf der ausschließlichen Nutzung erneuerbarer Energien. Eine Photovoltaikanlage produziert den Strom, und eine Wärmepumpe erzeugt die notwendige Wärme und Kälte. Innerhalb eines Jahres soll das Gebäude ebenso viel Energie erzeugen, wie es benötigt.

Als 2009 die Planung für den Neubau begann, beschloss zeitgleich das Europäische Parlament eine neue Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Diese gibt vor, dass 2019 der Standard Niedrigstenergiegebäude für behördliche Neubauten gelten soll. So wurde die Idee geboren, einen zukunftsfähigen und vorbildlichen Bürobau zu realisieren, auch Haus 2019 genannt. Geplant vom Architekturbüro Braun-Kerbl-Löffler und dem Haustechnikbüro Schimmel entstand das Nullenergiehaus als Modellprojekt. Die komplette Energieversorgung des Gebäudes beruht ausschließlich auf der Nutzung erneuerbarer Energien. Anfang September 2013 konnten die Mitarbeiter ihr neues Quartier beziehen. Zeitgleich startete ein einjähriges Monitoring. Dieses wird zeigen, ob das anspruchsvolle Ziel, ein Nullenergiehaus zu betreiben, gelungen ist. Erste Ergebnisse sind voraussichtlich Ende 2014 zu erwarten.

 

Effizientes Gebäudekonzept unterstützt Nullenergiehaus
Realisiert wurde ein kompaktes zweigeschossiges Gebäude, um ein möglichst optimales Verhältnis von Außenwandfläche zu Volumen zu erhalten. Die aus vorgefertigten Holzelementen bestehende Fassade, die Bodenplatte und das Dach erreichen U-Werte zwischen 0,08 und 0,11 W/m²K. Als Dämmmaterial wurde Zellulose verwendet. Die Fenster mit innenliegendem Sonnenschutz und einem U-Wert von 0,8 W/m²K schützen vor großen Wärmeverlusten im Winter und vor zu hohen Wärmeeinträgen im Sommer. Eine luftdichte Bauausführung vermindert unerwünschte Wärmeverluste und ermöglicht eine effiziente Nutzung der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Das Gebäude im Passivhausstandard erreicht einen jährlichen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m²a. Das große Oberlicht über dem Foyer sowie Fenstertüren versorgen Flure und Treppenhäuser mit Tageslicht. Für die Nutzung der Sonnenenergie bietet das große Dach ausreichend Fläche.


Energiekonzept basiert auf erneuerbaren Energien
Die wissenschaftlichen Arbeiten am Standort des Umweltbundesamtes (UBA) beschäftigen sich mit dem Thema Wasser. Die vorhandenen Wasserbecken und Teiche, die Teil der technischen Versuchsanlagen sind, wurden in das Energiekonzept integriert. Das geförderte Wasser dient als Wärme- oder Kältequelle für die elektrische Wärmepumpe. Die Flächenheizungen sowie die Lüftungsanlagen verteilen die Wärme und Kälte im Gebäude. Eine solarthermische Anlage unterstützt ganzjährig die erforderliche Warmwasserbereitung. Konzeptbedingt ist zum Betrieb des Gebäudes ausschließlich elektrische Energie erforderlich; weitere Energieträger sind nicht notwendig. Erzeugt wird die elektrische Energie mit einer Photovoltaikanlage. 380 Module mit einer Gesamtleistung von circa 58 kWp befinden sich auf dem Dach. Der prognostizierte Jahresertrag beträgt circa 50.000 kWh. Der berechnete Endenergiebedarf von 48.000 kWh pro Jahr könnte somit gedeckt werden. Der produzierte Strom wird direkt genutzt, in Batterien gespeichert oder ins Netz eingespeist. Rund ein Drittel des gesamten Strombedarfs wird für den Betrieb der Büroausstattung aufgewendet. Obwohl die Steuerung der Beleuchtung über Präsenzmelder und in Abhängigkeit vom Tageslicht geregelt wird, spielt der Energiebedarf für die Beleuchtung ebenfalls eine wesentliche Rolle. Dieser liegt in der gleichen Größenordnung wie für die Wärmepumpe und die Hilfsenergien mit hocheffizienten Pumpen.
 

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