




Die Raumtemperierung erfolgt durch thermische Aktivierung der Stahlbetondecken. Als Hauptwärme- und ausschließliche Kältequelle dient das Grundwasser, im Heizbetrieb über eine Wärmepumpenanlage, im Kühlbetrieb direkt über einen Wärmeübertrager. Das gesamte Gebäude wird mechanisch be- und entlüftet. Weiterer Bestandteil des Entwurfes ist eine optimale Nutzung des Tageslichtes sowie ein effektiver Sonnen- und Blendschutz. Der Neubau der Schule wird wegen des innovativen Konzeptes im Rahmen des Förderprogramms „Energieoptimiertes Bauen (ENOB)“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird, begleitet und evaluiert. Ein Schwerpunkt des Projektes in Biberach liegt auf der Betriebsoptimierung der Anlagentechnik. Im September 2004 wurde das Gebäude übergeben und Anfang 2005 konnte die zweieinhalbjährige Phase der Mess- und Betriebsoptimierung gestartet werden.
Fazit
Seit September 2004 wird das Schulgebäude ganztägig von ca. 1.700 SchülerInnen sowie ca. 91 Lehrkräften genutzt, die mit „ihrer“ Schule sehr zufrieden sind. Neben dem Gebäudekonzept wird insbesondere das Raumklima gelobt. Eine Umfrage ergab, dass Luftqualität und Temperatur in den Klassenräumen mit sehr gut bis hervorragend beurteilt werden. Die Bereitschaft, sich mit der Schule zu identifizieren, hat sich durch das neue Schulgebäude deutlich verbessert. Dies zeigt sich auch im Umgang mit den Einrichtungsgegenständen. Schon 2005 lag der Jahresprimärenergiebedarf für Wärme- und Kälteversorgung, Lüftung sowie Hilfsenergie um ca. 70% unter dem Vergleichswert eines herkömmlichen Schulgebäudes mit freier Fensterlüftung, statischen Heizflächen und konventioneller Wärmeerzeugung mit Gaskessel. Da der Heizenergieverbrauch des Gebäudes mit ca. 37 kWh/m²a etwas höher als berechnet ausgefallen ist, wird im Rahmen der Betriebsoptimierung derzeit versucht, den ambitionierten Planungswert von 30 kWh/m²a zu erreichen.
Gleiches gilt für die Wärmepumpen, deren Vorlauftemperatur weiter gesenkt werden soll. Die Optimierung des gesamten Anlagenbetriebs während der ersten Nutzungsphase konnte den Stromverbrauch 2006 für die Wasser- und Luftverteilung reduzieren. Weitere Einsparungen sind durchaus noch möglich und werden momentan untersucht. Eine abschließende Auswertung der Messphase erfolgt 2007. Der hohe energetische Anspruch des Gebäudes und der Anlagentechnik macht es erforderlich, vor allem den dynamischen Betrieb des Gesamtsystems zu begleiten und zu optimieren. Dies bestätigen auch die Ergebnisse aus dem Monitoring. Trotz umfangreicher Kommunikation und Dokumentation mussten zahlreiche Betriebsvorgänge zunächst an die Anforderungen angepasst werden. Nicht zu unterschätzen ist, dass ein Gebäude mit gutem Wärmeschutz sehr hohe Toleranzen gegenüber Abweichungen im Betrieb der Anlagenführung aufweisen kann – ohne dass die Behaglichkeit gestört wird.
Die Folge ist ein höherer Energieverbrauch, der zunächst nicht auffällt. Die Schule verfügt über eine sehr gute technische Ausstattung und in Verbindung mit der aufwändigen Anlagentechnik, die entsprechend großen Aufwand an Mess- und Optimierungsmaßnahmen erforderlich macht, lässt sich das Konzept nicht ohne Weiteres auf andere Schulgebäude übertragen.
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