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Energiesparen in Indien

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Deutsche Forschungsergebnisse helfen auch beim Energiesparen in Entwicklungsländern. So wird die KfW Entwicklungsbank ein Kalkulationsmodell des Fraunhofer Instituts für Bauphysik in Indien einführen, um die Energieeffizienz von Wohngebäuden zu bewerten. Denn speziell in den aufstrebenden Schwellenländern Indien, China oder Brasilien steigt der Verbrauch von Öl, Kohle und Gas rapide an, gleichzeitig ist das Potenzial für einen effizienteren Umgang mit Energie dort besonders hoch.
iese Rahmenbedingungen nutzt die KfW, um deutsche Forschungsergebnisse nach Indien zu übertragen. Das Modell, das auf dem Subkontinent zum Einsatz kommen wird, ist in Europa bereits fest etabliert und hat zu einer Vereinheitlichung der Energiebilanzierung für Gebäude in der EU beigetragen. Grundlage bildet die Deutsche Industrienorm V 18599, in der  jahrelange Forschungsergebnisse des Fraunhoferinstituts für Bauphysik umgesetzt wurden.

Das Institut hat auch eine entsprechende Kalkulationssoftware erstellt, die den Energiebedarf von Gebäuden samt seinem Einsparpotenzial errechnet. Dabei betrachtet es nicht nur die Gebäudehülle, sondern berücksichtigt auch Klimaanlagen, Heizungen und Beleuchtungsanlagen. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz ist das Modell besonders nützlich bei der Konzeption von Neubauten und überzeugt gegenüber Bewertungsmodellen, die Einzelmaßnahmen bewerten.

Das Fraunhofer-Kalkulationstool kann für Mehrzweckgebäude in Indien angepasst werden. Auch im Vergleich zu komplexen Simulationsmodellen bietet das Tool Vorteile: es liefert robuste, vergleichbare Ergebnisse und ermöglicht eine einfache Handhabung, sodass es für die Anwendung eines breit aufgestellten Förderprogramms gut geeignet ist. Die Einführung des Kalkulationsmodells geschieht im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Das Modell wird in Zusammenarbeit mit "The Energy and Resources Institute" (TERI) in Neu Delhi nun an die indischen Verhältnisse angepasst. Die KfW Entwicklungsbank fördert den Prozess des Übertragens, bei dem das deutsche Modell mit spezifischen Daten aus Indien - etwa über Anlagentechnologien, Baumaterialien oder das Nutzerverhalten – angereichert wird. Das angepasste Modell kommt dann bei einem Wohnraum-Effizienzprogramm zum Einsatz. Später soll das Programm noch erweitert werden und im Rahmen eines Förderprogramms für gewerbliche oder öffentliche Mehrzweckgebäuden zur Anwendung kommen.

Die zuständige KfW-Abteilungsdirektorin, Claudia Loy, bezeichnete die Zusammenarbeit zwischen einem deutschen und indischen Forschungsinstitut als "viel versprechend und zukunftsweisend", weil derartige innovative Kooperationen die Grundlagen für die Übertragung bewährter Förderprogramme schaffen und somit "Quantensprünge" im gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel erlauben. Sowohl die Internationale Energieagentur als auch die amerikanische Regierung haben bereits auf die Erfahrungen des Fraunhofer Instituts zurückgegriffen, um Gebäude energetisch zu bilanzieren. Eine bilaterale Zusammenarbeit bei dem Transfer von Energiebilanzsoftware gab es in dieser Form aber bisher noch nicht.